Manchmal ist es leichter für Andere zu sorgen, als für sich selbst - Selbstfürsorge in Zeiten der Corona- Krise

 

Liebe Psychotherapeut*innen und Menschen in anderen helfenden Berufen,

 

Selbstfürsorge in unseren Berufen ist immer wichtig. Wenn wir nicht genug für uns sorgen, also auf unsere körperliche und psychische Gesundheit achten, kann es zur Ermüdung, Erschöpfung und im schlimmsten Fall zum Ausbrennen kommen - wir können den sonst so wundervollen Beruf nicht mehr ausüben.

 

Während der aktuellen Krise auf Grund der Corona-Pandemie müssen wir uns bewusst sein, dass wir zusätzlich zu der herausfordernden Arbeitssituation (hoher Bedarf) mitbetroffen sind. Auch wir leben in einer Zeit, die durch Ungewissheit, Unsicherheit und eine enorme Veränderung geprägt ist. Auch wir erleben teilweise die soziale Isolation, die Überforderung durch das gleichzeitige Managen von Arbeit und schulfreien Kindern, die Ungewissheit, ob ein Familienmitglied durch Corona erkranken könnte und vieles mehr.

Mehr denn je müssen wir auf uns aufpassen und unsere Gesundheit an die erste Stelle setzen. Wie auch im Flugzeugnotfall erst die eigene Maske aufgesetzt werden muss, bevor man Hilfsbedürftigen hilft, müssen wir nun einen geschärften Blick auf unseren seelischen und körperlichen Zustand haben. Wir dürfen uns eingestehen, dass auch für uns nicht die „normalen Regeln“ gelten, wir eventuell mehr Pausen als sonst zwischen den Patient*innen benötigen, auch Redebedarf haben, manchmal den Boden unter Füßen nicht spüren können, in Panik geraten, uns ratlos oder ohnmächtig fühlen und vieles mehr.

 

Manchmal ist es leichter, anderen zu helfen, als sich selbst.

 

Ein paar Anregungen zur Selbstfürsorge (wenn möglich täglich):

  • ​sich einen Moment des Innehaltens nehmen, um wahrzunehmen/zu spüren: Wie fühle ich mich heute? Was brauche ich? Was fällt mir schwer?

  • eine/n vertrauensvolle Kollegen/ Kollegin anrufen und alles rauszulassen - Stichwort Psychohygiene

  • sich mehr Pausen und Rückzug einräumen

  • sich die eigene Bedürftigkeit eingestehen

  • weniger streng zu sich zu sein, wenn z.B. durch Konzentrationsschwierigkeiten Fehler passieren

  • erholsame und leichte Dinge tun - Arbeits- und "Coronafreie" Zeiten schaffen

  • sich mehr als sonst zu bewegen (laufen, spazieren, joggen, tanzen, Yoga..)

  • in die Natur gehen und achtsam wahrnehmen 

  • ….Liste ergänzen :-)

 

Passt gut auf Euch auf!

 

Warme und kollegiale Grüße von Judith

 

 

 

 

 

 

 

 

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